Stripe-Vorautorisierung
Eine Kreditkarten-Reservierung von Geld ohne tatsächliche Buchung — bei No-Show wird der Betrag eingezogen, sonst freigegeben.
Definition
Stripe-Vorautorisierung (auch Pre-Auth oder Holding-Charge) ist ein Stripe-API-Aufruf, der einen bestimmten Betrag auf der Kreditkarte des Gastes reserviert, aber nicht abbucht. Der Betrag wird auf dem Karten-Konto als „pending” markiert und reduziert temporär das verfügbare Limit. Bei No-Show oder Late Cancel wird die Authorisierung in eine echte Belastung umgewandelt; bei Anwesenheit wird sie nach maximal 7 Tagen automatisch freigegeben.
Wofür es gut ist
Stripe-Vorautorisierung ist ein starker Hebel gegen No-Shows bei riskanten Buchungen — oft wirksamer als reine Erinnerungs-SMS oder Bestätigungs-Anfragen. Der Effekt hängt stark davon ab, bei welchen Buchungen Pre-Auth aktiviert wird und wie sauber der Schwellwert gesetzt ist.
Aber: es ist auch der konversions-kritischste Schritt im Buchungs-Prozess. Restaurants, die Pre-Auth pauschal für jede Buchung einfordern, verlieren je nach Lage 20–40 % der Buchungs-Versuche, die ohne Pre-Auth abgeschlossen wären.
Wann sich Pre-Auth lohnt
Empfohlen für hohe-Risiko-Slots:
- Große Gruppen (10+ Personen)
- Hochzeit/Sylvester/Valentinstag oder ähnliche Premium-Termine, an denen No-Show besonders teuer ist
- Tasting Menüs / Wein-Pairings mit fester Menüfolge und Material-Aufwand
- Hoch-Risiko-Score-Buchungen (Risk-Score ≥ 80 %)
- Restaurants mit historisch hoher No-Show-Quote (≥ 12 %)
Eher nicht empfohlen für:
- Standard-Wochentags-Buchungen kleiner Gruppen
- Stammgäste mit Profil-Historie
- Restaurants mit niedriger No-Show-Quote (≤ 5 %)
- Walk-in-orientierte Konzepte
Höhe der Vorautorisierung
Typisch 10–30 € pro Person, je nach Restaurant-Konzept und Slot-Risiko. Zwei Modelle:
- Pauschal pro Gast: einfach zu kommunizieren, fair empfunden („20 € pro Person, bei No-Show eingezogen, sonst kostenlos”)
- Fester Betrag pro Buchung: einfacher in der Buchhaltung („50 € pro Tisch”)
Die Höhe sollte den Worst-Case-Umsatz-Verlust pro Cover ungefähr abdecken — bei einem 75-€-Bestellwert-Restaurant macht 20 € Pre-Auth Sinn.
Was passiert bei No-Show / Late Cancel
- No-Show: Authorisierung wird in Charge umgewandelt, Restaurant erhält den Betrag (abzüglich Stripe-Gebühr ~1,4 % + 0,25 €)
- Late Cancel (innerhalb einer Frist, typisch 24 h): Charge ja oder nein, hängt von der Restaurant-Policy ab; muss in den Buchungs-AGB klar kommuniziert sein
- Pünktliche Stornierung: Pre-Auth wird freigegeben, dem Gast keine Belastung
- Anwesenheit: Pre-Auth wird freigegeben — der Gast bezahlt seine echte Rechnung normal (Karte oder bar, am Tisch)
DSGVO und Buchhaltung
- Pre-Auth-Daten werden bei Stripe gehalten, nicht im Reservierungssystem; Stripe ist als Sub-Auftragsverarbeiter im AV-Vertrag zu dokumentieren
- Belege bei eingezogenem No-Show-Betrag: muss als Umsatz verbucht werden, Stripe stellt Belege bereit
- Kommunikation an Gast: explizit auf Pre-Auth hinweisen vor Buchungs-Abschluss — sonst rechtlich angreifbar (Aufklärungspflicht über AGB)
In Hey-Gastroline
Pre-Auth-Integration mit Stripe ist im Pro-Tarif geplant, aktuell in der Implementierung. Aktivierung erfolgt per-Restaurant, per-Slot oder Risk-Score-basiert konfigurierbar. Details im Rebooking/No-Show-Modul.
Hey-Gastroline in 20 Minuten kennenlernen.
Demo mit euren echten Buchungszahlen. Kein Vertrag, keine Kreditkarte.